Über die Zukunft der Altenbetreuung

Dr. Rudolf Grothues, Elisabeth Jansen, Hausleitung, Nadine Kattur, Pflegedienstleitung, und Birgit Harrendorf-Vorländer

Mit dem Besuch des Julie-Hausmann-Hauses setzt der Bürgermeisterkandidat Dr. Rudolf Grothues seine Informationstour durch soziale Einrichtungen der Püttstadt fort. Gemeinsam mit Birgit Harrendorf-Vorländer, Ratsfrau und Kreistagsabgeordnete, hatte er nun die Gelegenheit, diese Einrichtung des Evangelischen Johanniswerkes zu besichtigen.

In einem kurzen Abriss ging die Hausleiterin, Elisabeth Jansen, auf die Entwicklung der Altenhilfe ein. Die ersten Altenheime waren reine Verwahranstalten, danach eher Krankenhäuser, die die Alten als Patienten aufnahmen, später wurden Wohnheime für gebaut. Das Julie-Hausmann-Haus bezeichnet sich als Haus der IV. Generation, in dem das Konzept der Hausgemeinschaften angewandt wird. Es besitzt 68 vollstationäre Plätze in 7 Hausgemeinschaften. Dazu kommen 12 Kurzzeitpflegeplätze.

Die Hausgemeinschaften haben eine eigene Wohnküche und Hauswirtschaftsräume, und jede und jeder wird in die anstehenden Aufgaben, wie Kochen, Wäsche falten usw., einbezogen, aber nur, wenn gewünscht. Das Essen wird dann auch in Gemeinschaft eingenommen. Nachmittags und abends gibt es zahlreiche weitere Beschäftigungsmöglichkeiten.

Dabei hat jeder Bewohner natürlich ein eigenes Zimmer, welches individuell eingerichtet ist.  Wichtig ist, dass diese Hausgemeinschaft zu einer sozialen Gruppe zusammen wächst, dabei soll jeder seine individuelle Freiheit behalten, sie endet erst dann, wenn sie die Freiheit der anderen angreift. Das Mitwirken der Angehörigen und ehemaligen Nachbarn in den Tagesablauf ist ausdrücklich erwünscht.

Nach Aussage von Nadine Kattur, Pflegedienstleiterin, wird jede Hausgemeinschaft vor allem durch die sogenannten Präsenzkräfte bestimmt. Sie sind immer vor Ort, bestimmen den Tagesablauf mit, kümmern sich um die Alltagsangelegenheiten der Bewohner,  helfen bei der Essenszubereitung mit, kümmern sich um die Wäsche und die Reinigung, bestellen Lebensmittel und organisieren Feiern und kümmern sich um die Ausgestaltung der Zimmer und der Wohnküche. Dabei werden sie unterstützt durch Bezugspflegekräfte und Pflegeassistenten/innen.

Derzeit liegt die Auslastung des Heimes bei etwas unter 100%. Aufgrund der Schwere der Erkrankungen einiger Bewohner plant die Einrichtung den Aufbau von Palliativpflegeplätzen, um damit auch auf diese Entwicklung angemessen reagieren zu können.

Gemeinsam stellten die Gesprächspartner fest, dass die heutigen Heimstrukturen durch weitere Angebote ergänzt werden müssen, denn sonst können nicht alle Menschen angemessen betreut werden. Zu diesen weiteren Angeboten wird die quartiersnahe Versorgung zählen. D.h. der Nachbarschaftsgedanke muss neu definiert werden, Netzwerke müssen neu hergestellt werden und dazu braucht es aber professionelle Unterstützung, z.B. beim Aufbau von Quartierstreffpunkten. Ziel ist es, dass die Menschen noch länger als heute in ihren angestammten Wohnungen bleiben können.

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