Gespräch mit Wirteverein – Michael Gerdhenrich: „Gastronomiebetriebe brauchen eine Öffnungsperspektive“

Die Corona-Pandemie trifft die Hoteliers und Gastronomen besonders hart. „Die Betriebe sind seit Wochen auch in Beckum geschlossen, um die Gesundheit der Menschen zu schützen. Für mich ist es selbstverständlich, dass wir sie als wichtige Säulen des Wirtschaftslebens nicht vergessen und uns gerade jetzt solidarisch zeigen“, so der parteilose Bürgermeisterkandidat Michael Gerdhenrich.

Bernd Stichling betonte als Vorsitzender des Beckumer Hotelier- und Wirtevereins in einem sehr ausführlichen Gespräch mit Michael Gerdhenrich, dem SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Felix Markmeier-Agnesens und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Karsten Koch, dass „die finanziellen Auswirkungen dramatisch sind. Die Betriebe machen aktuell nahezu keinen Umsatz. Und wenn sie wieder öffnen können, wird das natürlich nur unter erheblichen Auflagen und mit geringen Umsätzen möglich sein. Die Folgen der Corona-Pandemie werden uns also noch lange beschäftigen.“

Für Michael Gerdhenrich ist klar: „Es ist existenziell wichtig, unsere Hoteliers und Gastronomen nicht nur jetzt, sondern auch nach ersten Lockerungen zu unterstützen.“ Dabei setzt er auf eine gezielte Wirtschaftsförderung und einen Ausbau der Aktivitäten im Stadtmarketing. „Wir dürfen uns nicht kleiner machen, als wir sind. Beckum ist eine schöne Stadt, die gerade in den Bereichen des Fahrrad- und Kurzzeittourismus viel zu bieten hat. Die Welt nach Corona wird eine andere sein. Deshalb müssen wir diese Stärken noch besser vermarkten. Davon werden dann alle profitieren.“
Fraktionschef Karsten Koch erklärte, dass die Organisation des Stadtmarketings als Teil der Stadtverwaltung auf den Prüfstand gehört. „Letztlich hat die Stadt vor einigen Jahren aus steuerlichen Gründen eine sehr gut funktionierende Stadtmarketing GmbH aufgegeben, um daraus eine Verwaltungsabteilung zu machen. Die Corona-Krise wird uns antreiben, gemeinsam mit unseren Partnern aus der Wirtschaft diese Entscheidung zu überdenken. Wir müssen und wir können besser werden.“

Für unerlässlich hält Gerdhenrich, auch die Beckumer Innenstadt lebendiger zu gestalten. „Es geht nicht nur um den Marktplatz. Wir brauchen moderne, in die Zukunft führende Konzepte. Handel, Arbeit, Wohnen und Freizeit müssen viel mehr verknüpft werden. Wenn wir Arbeitsplätze auch außerhalb des Handels den Innenstädten schaffen, werden Gastronomie und Einzelhandel unmittelbar davon profitieren. Das wird für mich als Bürgermeister ein Schwerpunkt meiner Arbeit sein.“ Klar ist aber auch, dass in der Krise vieles nicht auf kommunaler Ebene entschieden wird. Und so formuliert Bernd Stichling seine Erwartung in Richtung NRW-Landesregierung: „Wir brauchen einen klaren Fahrplan, wie es mit den gastronomischen Betrieben und Hotels während der Corona-Pandemie weitergeht. Es muss jetzt greifbare Perspektiven geben, sonst überleben sehr viele Betriebe den Lockdown nicht.“

Ein gutes Zwischenergebnis sei die Entscheidung der Regierungskoalition in Berlin, für ein Jahr die Mehrwertsteuer für Hotels und Gaststätten von 19 auf 7 Prozent abzusenken. „Das hilft aber nur, wenn wieder Geld verdient wird“, so Michael Gerdhenrich und appelliert, die Betriebe in der schwierigen Zeit zu unterstützen. „Es gibt aktuell immerhin die Möglichkeit, Essen für Zuhause zu bestellen. Das ist eine kleine, aber wunderbare Möglichkeit.“

„Gastronomie und Kneipen sind ein strahlender Teil der Livekultur in unserer Stadt. Dieses Licht darf nicht erlöschen. Wir wollen die Gesundheit der Bürger schützen und mit guten Hygiene- und Sicherheitskonzepten den gastronomischen Betrieb wieder aufnehmen. Die NRW-Landesregierung muss jetzt handeln“, verdeutlicht Felix Markmeier-Agnesens die Haltung der Beckumer SPD.

Das Bild zeigt Michael Gerdhenrich, Bernd Stichling, Felix Markmeier-Agnesens und Karsten Koch vor dem Hotel-Restaurant Alt Vellern.

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