evb 2019 wieder erfolgreich – Karsten Koch: „Fest verwurzelter Teil der Identität der Stadt Beckum“

„Für mich ist die evb mittlerweile ein fest verwurzelter Teil der Identität der Stadt Beckum.“ Dieser Satz stammt aus dem nachfolgenden Interview, das Karsten Koch als Aufsichtsratsvorsitzender der Energieversorgung Beckum für den Geschäftsbericht 2019, der jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, gegeben hat.

Hier das vollständige Interview.

 

Herr Koch, die evb schließt das Geschäftsjahr 2019 unter dem Titel „evb schafft Mehrwert(e)“ ab. Wie bewerten Sie als Vorsitzender des Aufsichtsrates das zurückliegende Jahr?

Das Unternehmen hat eine sehr starke wirtschaftliche Perfomance gezeigt. Wir haben uns im Wettbewerb behaupten und unsere Position als Marktführer halten können. Die Gesellschafter haben davon ebenso wie unsere Kundinnen und Kunden profitieren können.

Die evb erfüllt als Energieversorgungsunternehmen einen wichtigen öffentlichen Auftrag, wovon die Stadtgesellschaft insgesamt einen großen Nutzen hat. Die evb ist Bezieherin von örtlichen und regionalen Waren und Dienstleistungen, für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden steuerpflichtige Gehälter und Sozialabgaben gezahlt und sie selbst zahlt Steuern vor Ort. Zudem fühlt sich die evb gesellschaftlichen Aufgaben verpflichtet und fördert ganz besonders das kulturelle Umfeld, zahlreiche Vereine sowie soziale Einrichtungen.

Nicht unerwähnt bleiben sollte die Besonderheit, dass mit den erwirtschafteten Gewinnen der evb auch zwei städtische Freibäder und ein Hallenbad mitfinanziert werden.

Externe Mitbewerber machen hier in unserem Geschäftsgebiet Kasse, aber eine Wertschöpfung vor Ort findet nicht statt. Deshalb können Aufsichtsrat und Geschäftsführung stolz sagen: Die evb schafft Mehrwert(e).

 

Könnten Sie sich Beckum ohne die evb vorstellen?

Nein. Die Energieversorgung in unserer Stadt gehört maßgeblich in die Hand der Stadt Beckum. Die evb besteht seit 1997 und hat in mehr als zwei Jahrzehnten eine beeindruckende Erfolgsgeschichte geschrieben. Sie hat in dieser Zeit den Übergang vom Monopolversorger hin zu einem beständigen Teilnehmer eines liberalisierten, aber ausgeprägt wettbewerbsintensiven Energiemarktes geschafft. Für mich ist die evb mittlerweile ein fest verwurzelter Teil der Identität der Stadt Beckum. Klar ist aber auch: Eine erfolgreiche Vergangenheit ist keine Garantie für eine erfolgreiche Zukunft.

 

Welche Herausforderungen sehen Sie denn für eine erfolgreiche Zukunft?

Die Bewältigung der Klimakrise ist die Hauptaufgabe des 21. Jahrhunderts. Der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und der verantwortungsbewusste Umgang mit den Ressourcen bewegt die Menschen weltweit. Dem müssen wir uns auch als lokaler Energieversorger respektive Energiedienstleister stellen. Die Stadt Beckum verfolgt eine klimaneutrale Zukunftsvision bis 2050. In der fossilen Welt hat ein immer geringerer Energieverbrauch eine wichtige Rolle gespielt. Nun endet das Kohlezeitalter in wenigen Jahren und die erneuerbaren Energien sind auch bei der evb unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Ökostromtarife und Energieeinsparberatung sind ein ebenso fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie wie die Photovoltaik und die Hausspeichertechnologie. Beim Aufbau von privaten und gewerblichen Ladeeinrichtungen für die E-Mobilität ist die evb schon jetzt ein gefragter Geschäftspartner. Wir sind mitten in einem Transformationsprozess, dessen Tempo und Intensität über unsere Zukunft entscheiden wird.

Woran denken Sie dabei?

Wir müssen und wir wollen viel stärker als in der Vergangenheit investieren. Die evb verdient gutes Geld, das allerdings weitgehend als Gewinn ausgeschüttet wird. Investitionen können wir aber nicht aus der Substanz bestreiten und der Weg in die Verschuldung bietet auch keine Lösung. Der Transformationsprozess braucht eine gewisse Zeit lang die notwendigen Mittel für den Ausbau der erneuerbaren Energien, der Ladeinfrastruktur und weiterer Themenfelder. Unsere Gesellschafter unterstützen die evb-Unternehmensstrategie uneingeschränkt. Sie sollten uns nun mehr Raum lassen. Dann wird es mit der evb auch künftig einen signifikanten Return on Investment und viele andere Mehrwerte geben.

 

Herr Koch, zum Schluss unseres Interviews: Wird die evb am Ende der 20er Jahre noch ein unverwechselbarer Energieversorger sein?

Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns das gelingen kann. Beim Kampf um talentierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wir uns als attraktiver Arbeitgeber positioniert. Geschäftsführung und Aufsichtsrat arbeiten vertrauensvoll zusammen und die Gesellschafter unterstützen die Unternehmensstrategie. Wir haben die Corona-Krise bislang gut gemeistert und größere Blessuren vermeiden können. Wir kooperieren mit anderen Energieversorgern auf Augenhöhe und schaffen auch damit Mehrwerte. Die Zukunftstechnologien für unsere Bereiche sind identifiziert und unsere Versorgungsnetze in einem guten Zustand. Das alles sind sehr gute Voraussetzungen, um unsere Alleinstellungsmerkmale in der Stadt Beckum zu behaupten. Wir müssen aber unsere Aktivitäten forcieren; denn unsere Mitbewerber lassen uns nicht in Ruhe.

 

Herr Koch, vielen Dank für das Interview.

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