Gemeinsamer Austausch mit dem Hammer Oberbürgermeister Marc Herter und der Hammer SPD

Auf Einladung des Fraktionsvorsitzenden Felix Markmeier-Agnesens trafen sich Marc Herter, Oberbürgermeister der Stadt Hamm (SPD), Justus Moor, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Hamm, Karsten Koch, Fraktionsvorsitzender der SPD im LWL, sowie der parteilose Bürgermeister Michael Gerdhenrich, um über aktuelle arbeitspolitische Themen zu diskutieren und den Austausch zwischen den beiden Nachbarstädten zu stärken.

Neben der Intensivierung des persönlichen Kontaktes galt es, gemeinsame Themen für eine mögliche strategische Zusammenarbeit zu identifizieren. Die Teilnehmenden waren sich schnell einig darüber, dass die Nachbarschaft der beiden Städte durchaus stärker gepflegt und ausgebaut werden kann. Es gibt schon heute vielschichtige wechselseitige Beziehungen zwischen dem Oberzentrum Hamm und der Stadt Beckum. Gegenwart und Zukunft halten zahlreiche Herausforderungen bereit, die besser gemeinsam bewältigt werden können.

Im Laufe des Gespräches wurden verschiedene aktuell wichtige Themen diskutiert. Unter anderem ging es um die große Herausforderung, den Klimawandel aufzuhalten und darum, die beschlossene Klimaneutralität in den beiden Industriestädten Hamm und Beckum umzusetzen. „Die Region braucht dringend kluge Konzepte, um den Strukturwandel unter Betrachtung des Klimaschutzes weiter umzusetzen“, so Justus Moor. „Ein wichtiger Baustein für die Klimaneutralität könnte die Produktion von grünem Wasserstoff in unserer Region bzw. am Energiestandort Uentrop sein.“ Wasserstoff hat das Potenzial das Erdöl von morgen zu werden. Mit den Stadtwerken Hamm und Trianel stehen dafür zwei starke Partner für eine erste Elektrolyseanlage mit 20 MW bereit. „Kohle geht, Wasserstoff kommt – das schützt das Klima und schafft gute Arbeit in unserer Stadt“, so Marc Herter. „Es muss uns gelingen, die Wasserstoffregion Westfalen zu etablieren und die kommunalen und wirtschaftlichen Player in einer Wasserstoffallianz zu vereinen“. Potenzielle Abnehmer des grünen Wasserstoffes könnten neben dem ÖPNV die Zementhersteller in unserer Region sein. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Zementhersteller in unserer Region den Kohlenstoffausstoß nachhaltig reduzieren.  Wir brauchen eine Wasserstoffstrategie Westfalen. „Grüner Wasserstoff hat durchaus das Zeug dazu, ein wesentlicher Energieträger der Zukunft zu werden. Diese Entwicklung gilt es zu verfolgen und gegebenenfalls zu begleiten. Hamm hat durch die bestehende Infrastruktur beste Voraussetzungen. Wir werden im Austausch bleiben und sehen, inwiefern das Thema auch für und in Beckum interessant und umsetzbar sein kann“ so Bürgermeister Gerdhenrich.

Karsten Koch betonte, dass Hamm wie Beckum zwei Beispielkommunen seien, die die Folgen einer unzureichenden Finanzausstattung des Landes unmittelbar zu spüren bekämen. Gerade die Sozialstruktur der beiden Städte und die Folgen der Coronapandemie erforderten eine sofortige und nachhaltige Verbesserung der Finanzausstattung. „Buchhaltertricks bei der Behandlung von Coronaschäden mögen kurzfristige Probleme ausblenden. Am Ende müssen es die Bürgerinnen und Bürger über höhere Steuern und Abgaben vor Ort bezahlen, wenn die Landesregierung nicht hilft“, so Koch. Dem pflichtete Gerdhenrich bei: „Die kommunalen Haushalte werden durch die Corona-Krise massiv belastet. Wenn wir die die anstehenden Aufgaben bewältigen und dringend erforderliche Investitionen tätigen wollen, stehen wir vor der Entscheidung, Erträge, u.a. durch Steuererhöhungen, zu steigern oder finanzielle Belastungen auf Folgegenerationen zu verlagern. Das sind keine rosigen Aussichten“, so der Bürgermeister und gab dabei klar zu verstehen, dass er mehr Unterstützung von Bund und Land in dieser außergewöhnlichen Krise erwartet.

Im weiteren Verlauf des Gespräches wurde auch über die grundsätzliche Bereitschaft der Kommunen gesprochen, sich mehr auf die Bedürfnisse von Familien einzulassen. „Wir haben uns das ambitionierte Ziel gesetzt, dass die Stadt Hamm die familienfreundlichste Stadt in Deutschland wird. Dabei ist es unser Ziel, dass wir unsere Kitas, Schulen und Kultureinrichtungen auf einen neuen hohen Stand bringen. Aber es geht uns auch um die grundsätzliche Attraktivität der Parks und Spielplätze und weiterer Freizeitangebote,“ so Justus Moor.

„In Beckum ist zwar schon vieles gut, aber in Bezug auf die Familienfreundlichkeit gibt es sicher noch Potenzial, das es in Zukunft auszuschöpfen gilt. Aus bürgerlichem Engagement heraus, konnte bereits die Planung einer modernen Pumptrack Anlage in Neubeckum in Angriff genommen werden, doch dies ist nur der Anfang. Wir wollen viele in die Jahre gekommene Spielplätze sanieren, die Phönix zu einem wunderschönen Familienpark aufwerten, das Freizeitgelände Tuttenbrocksee stärken und vieles mehr erreichen, um Beckum für alle Generationen attraktiver zu machen,“ erläuterte Felix Markmeier-Agnesens.

Ein weiteres wichtiges Thema war die Stärkung des Radverkehrs bzw. der Ausbau der Fahrradwege in die umliegenden Städte. Die Stadt Beckum wurde bereits beauftragt ein neues Radverkehrskonzept zu erstellen: „Wir wollen und wir müssen die Entwicklung der Verkehrssituation in unserer Stadt sichern. Das Auto als wichtigstes Verkehrsmittel soll vom Radverkehr abgelöst werden. Neben Radwegen in und um Beckum sollen so auch Radschnellrouten entstehen, damit man umliegende Städte, wie zum Beispiel Hamm, schnell und sicher mit dem Fahrrad erreichen kann. Hier gibt es noch viel Nachholbedarf“, betonte Felix Markmeier-Agnesens.

Nach einem sehr informativen und kurzweiligen Gespräch waren sich alle Teilnehmer einig, dass die Zusammenarbeit solch starker Industriestandorte sehr wichtig ist, um unsere Region auch für die Zukunft zu stärken.

 

Das Bild zeigt von links Justus Moor, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Hamm, Karsten Koch, Fraktionsvorsitzender der SPD im LWL, Marc Herter (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Hamm, Michael Gerdhenrich (parteilos), Bürgermeister der Stadt Beckum und Felix Markmeier-Agnesens, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Beckum.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.